Verdienstgrenze im Minijob — was ändert sich 2026
Die aktuellen Grenzen für 520-Euro-Jobs und wie sich die neuen Regelungen auf dein Einkommen auswirken.
Steuern, Krankenversicherung und Sozialabgaben wenn du zwei Jobs hast — ein praktischer Überblick für deine Planung.
Du hast einen festen Job und überlegst, nebenbei noch Geld zu verdienen? Das ist völlig normal und für viele eine gute Strategie. Aber hier ist die Sache: Die meisten Menschen wissen nicht, dass es einen großen Unterschied macht, wie du dein Nebeneinkommen organisierst.
Je nachdem wie viel du nebenbei verdienst, ändern sich deine Steuern, deine Krankenversicherung und die Sozialabgaben. Es gibt regelrechte Grenzen, bei denen sich deine finanzielle Situation massiv verschiebt. Wir zeigen dir, worauf du achten musst.
Es gibt drei kritische Grenzen, die du kennen musst. Jede davon hat unterschiedliche Auswirkungen auf deine Situation.
Verdienst du bis 520 Euro pro Monat, ist das ein klassischer Minijob. Du zahlst keine Einkommensteuer und keine Krankenversicherungsbeiträge darauf. Dein Arbeitgeber zahlt pauschale Abgaben (etwa 31% insgesamt). Das ist die einfachste Variante — kein Papierkram, keine Steuererklärung nötig für diesen Job.
Zwischen 520 und 1.300 Euro monatlich befindest du dich im Übergangsbereich. Hier wird es interessant: Die Sozialabgaben sinken nicht linear. Stattdessen zahlst du reduzierte Beiträge, die proportional ansteigen. Für dich bedeutet das mehr Netto als im reinen Minijob, aber nicht doppelt so viel Brutto. Das ist oft der beste Bereich, wenn du flexibel nebenbei verdienen möchtest.
Verdienst du mehr als 1.300 Euro monatlich im Nebenjob, gilt dieser als reguläre Beschäftigung. Du brahlst dann volle Sozialversicherungsbeiträge (etwa 42% insgesamt). Das ist der Punkt, wo es teuer wird — nicht unbedingt schlecht, aber du solltest wissen, dass dein Netto deutlich sinkt.
Hier kommt die gute Nachricht: Dein Nebeneinkommen fällt zusammen mit deinem Haupteinkommen in die Einkommensteuer ein. Das bedeutet nicht, dass es doppelt besteuert wird.
Du rechnest am Ende des Jahres dein Gesamteinkommen zusammen und zahlst darauf die entsprechende Einkommensteuer. Wenn du über 12.000 Euro im Jahr verdienst (über alle Jobs zusammen), brauchst du eine Steuererklärung. Bis dahin ist Ruhe.
Wichtig: Wenn du mehrere Jobs hast, kann es sein, dass dein Hauptarbeitgeber zu viel Steuern einbehält, weil er nicht weiß, dass du noch woanders Geld verdienst. Dann bekommst du das Geld in der Steuererklärung zurück. Das ist völlig normal und kein Problem.
Deine Krankenversicherung ist über deinen Hauptjob geregelt. Das ist das Wichtigste zu verstehen: Du brauchst keine zweite Versicherung für den Nebenjob.
Wenn dein Minijob unter 520 Euro liegt, kostet dich das nichts extra. Wenn dein Nebeneinkommen im Midijob-Bereich liegt (520–1.300 Euro), zahlst du reduzierte Beiträge zur Krankenversicherung — etwa 4–5% statt der vollen 8,4%. Dein Arbeitgeber übernimmt einen Teil davon.
Achtung: Wenn du selbstständig nebenbei tätig bist (nicht angestellt), kann das anders aussehen. Dann brauchst du möglicherweise eine separate Versicherung. Das ist aber ein anderes Thema.
“Die meisten Menschen zahlen mehr Versicherungsbeiträge als nötig, weil sie nicht wissen, dass es Grenzen gibt. Eine kleine Anpassung kann dir schnell 100–200 Euro pro Monat sparen.”
— Finanzberater, 12 Jahre Erfahrung
Überlege, wie viel du realistische verdienen kannst. Wenn es unter 520 Euro bleiben wird, ist ein Minijob die beste Lösung. Wenn du regelmäßig mehr verdienst, schau dir den Midijob-Bereich an. Das erspart dir Verwaltungsaufwand und kann sogar günstiger sein.
Du brauchst nicht um Erlaubnis zu fragen, aber es ist höflich und transparent, deinem Arbeitgeber Bescheid zu geben. Das vermeidet später Konflikte und Missverständnisse. Viele Arbeitsverträge erlauben Nebentätigkeit ohnehin.
Nicht alle 520 Euro sind Netto. Bei einem Minijob behält der Arbeitgeber etwa 31% ein (Sozialversicherung + Lohnsteuer). Das bedeutet: 520 Euro Brutto sind etwa 360 Euro Netto. Plane damit, nicht mit dem Bruttobetrag.
Im Minijob zahlst du automatisch in die Rentenversicherung ein (von deinen 31% Abgaben). Das ist eigentlich gut — du sammelst Rentenpunkte. Du kannst dich aber befreien lassen, wenn du möchtest. Das macht nur Sinn, wenn du bereits über eine andere Quelle versichert bist.
Hier wird es spannend. Im Minijob zahlst du automatisch in die Rentenversicherung ein. Das ist eigentlich ein großer Vorteil — du sammelst kostenlos Rentenpunkte für später. Aber es gibt eine Besonderheit: Du kannst dich befreien lassen.
Warum würde man das tun? Nur wenn du bereits über einen anderen Weg (Beamtentum, private Versicherung) versorgt bist. Für die meisten ist die automatische Rentenversicherung beim Minijob ein echtes Geschenk. Du verdienst nebenbei und sammelst gleichzeitig für deine Rente.
Im Midijob-Bereich wird es ähnlich gehandhabt, aber die Beiträge sind proportional höher. Trotzdem lohnt sich das oft, wenn du regelmäßig in diesem Bereich verdienst.
Unter 520 Euro: Minijob mit pauschalen Abgaben. Einfach, unkompliziert, keine extra Steuererklärung nötig.
520–1.300 Euro: Midijob mit reduzierten Abgaben. Oft die beste Option, wenn du regelmäßig mehr verdienst.
Ab 1.300 Euro: Reguläre Beschäftigung mit vollen Sozialabgaben. Wird teuer, aber manchmal unvermeidbar.
Steuererklärung: Erst ab 12.000 Euro Jahreseinkommen nötig (alle Jobs zusammen).
Krankenversicherung: Über deinen Hauptjob geregelt. Keine zweite Versicherung nötig.
Rente: Im Minijob zahlst du automatisch ein. Das ist ein echter Vorteil für später.
Du kennst jetzt die Grundlagen. Der nächste Schritt ist, deine konkrete Situation durchzuspielen. Schreib auf, wie viel du monatlich verdienst und schau, welche Grenze für dich relevant ist. Dann triff eine bewusste Entscheidung statt zufällig in eine Situation zu schlittern.
Fragen? Kontaktiere unsDieser Artikel bietet Informationen zu Minijobs, Midijobs und Nebeneinkommen. Es ist keine rechtsverbindliche Beratung. Die Regelungen können sich ändern und unterscheiden sich je nach persönlicher Situation. Für konkrete Fragen zu deinem Fall solltest du einen Steuerberater oder die Krankenkasse konsultieren. Alle Angaben sind nach bestem Wissen zusammengestellt, aber wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit.